Konjunktur mal anders erklärt - ein Videoprojekt im Distanzunterricht

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In diesem Blogbeitrag möchte ich dir ein Videoprojekt im Wirtschaftslehreunterricht zur Konjunktur vorstellen. Ich habe das Projekt anhand des PDCA Zykluses vorbereitet, durchgeführt und reflektiert. Einige Lernende haben mir die Genehmigung erteilt, ihre Videos auf meiner Webseite zeigen zu dürfen. Diese Ergebnisse möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten.

PDCA Zyklus – was ist das?

Der PDCA Zyklus ist ursprünglich eine Vorgehensweise zur kontinuierlichen Verbesserung von Produkten in der Wirtschaft. Für den Lernprozess kann dies ebenfalls genutzt werden. Im Fokus steht dabei der Lern-Verbesserungszyklus, bei dem vier Elemente wichtig sind: Plan, Do, Check, Act.

So sah die Organisation des Videoprojektes aus:

Die Lerngruppe, thematische und zeitliche Einordnung

Die Lernenden sind in der 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums und haben seit diesem Schuljahr das Fach Wirtschaftslehre. Im Kerncurriculum ist festgeschrieben, dass sie sich u.a. die volkswirtschaftlichen Grundlagen aneignen sollen. Dazu gehört auch die Konjunktur. In einer Selbstlernphase haben sie sich den Konjunkturzyklus, die Früh-, Präsenz- und Spätindikatoren sowie verschiedene Ursachen von konjunkturellen Schwankungen erarbeitet. Weiterhin haben wir die aktuelle konjunkturelle Situation aufgrund von Corona analysiert.

Dieses Thema fand komplett im Distanzunterricht statt. Die Selbstlernphase ging über drei Woche á fünf Unterrichtsstunden. Allerdings habe ich sie einmal pro Woche in der Videokonferenz verpflichtend eingeladen und mit ihnen die Inhalte besprochen. Das lief unter dem Motto: Soviel Vertrauen wie möglich, soviel Kontrolle wie nötig. Noch viel dringender waren Themen, wie Motivation und Selbstverantwortung übernehmen. Dafür haben wir uns immer in den Konferenzen Zeit genommen und Erfahrungen ausgetauscht.

Nach der theoretischen Selbstlernphase war mein Ziel, dass sie die Konjunktur exemplarisch vertiefen, vom Rechner/Laptop etc. mal wegkommen und ein Stück weit kreativ sein können. Aus diesem Grund habe ich mir Folgendes überlegt:

PDCA – Plan

Folgende Aufgabenstellung haben die Lernenden von mir erhalten:

Erstelle ein Video mit interessanten Botschaften zur Konjunktur. Nehme drei wichtige Botschaften / Inhalte / Aussagen und formuliere sie präzise und auf den Punkt. Es soll keine allumfassende Erklärung zur Konjunktur werden. Vielleicht findest du Botschaften, die dich überrascht haben. Vielleicht schaust du in die aktuellen Geschehnisse zur Konjunktur.

Versuche eine Sprache zu finden, die leicht verständlich ist, jedoch auch fachspezifische Wörter beinhaltet.

Visualisiere deine Botschaften. Nutze dafür Gegenstände, Spiele, etc. die du Zuhause findest.

Was brauchst du dafür?

  • Wissen über die Konjunktur
  • Ideen zur Umsetzung
  • Planung eines Videos – Storyboard
  • Fähigkeiten, es technisch umzusetzen

Da ich ihnen das erste Mal solch eine Aufgabenstellung gab, produzierte ich vorab ein Video, das sie als Anhaltspunkt nehmen konnten. Darin bestand meine Hoffnung, dass sie schneller eine Idee bekommen und genauer verstehen, was ich mit meiner Aufgabenstellung meinte.

Damit sind sie in ihre Planung gegangen. Sie konnten sich auch zu Zweit organisieren und das Video erstellen.

PDCA – Do

In einer Videokonferenz besprachen wir die Organisation und die Vorgehensweise. Worauf zu achten ist, was eigentlich ein Storyboard ist und welche Technik man nutzen kann.

Die Umsetzung lief weitestgehend selbstorganisiert. Sie hatten sieben Unterrichtsstunden dazu Zeit.

Die Dokumentation setzen sie im E-Portfolio Mahara um. Du kannst dir hier einen Ausschnitt einer Mahara-Ansicht ansehen:

PDCA – Check

Wir trafen uns in einer Videokonferenz und haben uns die Ergebnisse gegenseitig vorgestellt. Weiterhin haben sie in ihrem E-Portfolio folgende Fragen beantwortet:

Was lief wie geplant?

Was lief anders als geplant? Woran lag es? Wie bin ich damit umgegangen?

Wie zufrieden bin ich mit meinem Ergebnis? Woran mache ich das fest?

Im Peer Feedback gaben sich sich mit ihren selbst gewählten Partnerinnen und Partnern eine Rückmeldung und überarbeiteten ggf. ihre E-Portfolio Ansicht.

PDCA – Act

In dieser Phase bereite ich den nächsten Videodreh vor, indem sie schriftlich folgende Fragen beantworten:

Was machst du beim nächsten Videodreh genauso?

Was würdest du beim nächsten Videodreh anders machen?

Diese Antworten halten sie ebenfalls in ihrem E-Portfolio fest. Wenn wir wieder ein ähnliches Vorhaben umsetzen wollen, erinnere ich sie, im Vorhinein sich diese Antworten genau durchzulesen und daraufhin ihre Ziele für den nächsten Dreh festzulegen.

Am Ende dieses Projektes habe ich mir eine schriftliche Rückmeldung von meinen Schülerinnen und Schülern eingeholt.

Auf der positiven Seite steht (Originalaussagen der Lernenden):

  • Es war gut, dass wir freie Wahl hatten wie wir es gestalten wollten.
  • Es war mal eine Abwechslung zu den sonstigen Aufgaben und man konnte etwas kreativer werden.
  • man hat einige neue sachen zur konjunktur gelernt und durch die veranschaulichungen (lego etc) sind diese nocheinmal besser rübergekommen und hängen geblieben
  • Neue technische Möglichkeiten kennengelernt. Viel Kreativität. Das veranschaulichen an Gegenständen war gut.
  • Das man viele Möglichkeiten hatte diese Aufgabe zu lösen.

Auf der negativen Seite steht:

  • etwas mehr zeit wäre hilfreich, da es schon einige zeit gedauert hatte, bis man überhaupt eine idee hatte, was man für beispiele nennen will
  • Ich hätte mit dem Video früher anfangen sollen.
  • Ich fand es bisschen schwierig, wichtige Botschaften zu finden und die dann tatsächlich zu visualisieren und dass es nicht tatsächlich ein reines Erklärvideo wird.
  • Es war ziemlich schwer für leute die sowas noch nie zuvor getan haben.

Und nun kommen ein paar Ergebnisse. Viel Spaß beim Ansehen.

Ich freue mich auf deine Rückmeldung, wie du dieses Mini-Projekt findest.

Unterschrift Anne

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